Wissen aus der Praxis / Website vom Bekannten

Selbst gemacht · Bekannte · Profis

Die Website vom
Sohn vom Nachbarn.
Schön ist erst der Anfang.

Eine Website ist heute an einem Wochenende gebaut. Ob sie auch gut gemacht ist, sieht man nicht auf den ersten Blick. Hier erfährst du, was hinter einer professionellen Website steckt und woran du erkennst, ob jemand mehr kann als eine Vorlage befüllen.

Anja Moser

Von Anja Moser
Webdesign · Das Kreativbüro

Eine Website, bei der ein Teil durchleuchtet ist und versteckte Fehler wie zu große Bilder und fehlende Alternativtexte zeigt

Vorweg · 01

Fair gesagt: Eine Website bauen ist heute leicht.

Baukästen, Vorlagen, KI-Werkzeuge. Wer ein bisschen Talent hat, stellt in kurzer Zeit eine Seite online, die ordentlich aussieht. Das kann der Sohn vom Nachbarn, die Cousine oder ein Bekannter, der „was mit Computern“ macht. Und für manche Betriebe reicht das auch.

Nur: Eine Seite, die gut aussieht, ist noch keine gute Website. Der größere Teil der Arbeit steckt in Dingen, die man im Browser nicht sieht. Genau dort trennt sich Bastelarbeit von Handwerk.

Gutes Aussehen ist der Teil, den jeder sieht. Gute Arbeit ist der Teil, den nur Google, KI-Systeme und deine Besucher merken.

Wenn du überlegst, die Website ganz selbst zu machen, hilft dir der Artikel Selbst machen oder beauftragen? bei der Entscheidung.

Hinter der Oberfläche · 02

Was man auf den ersten Blick nicht sieht.

Das sind die Punkte, die ich bei Websites am häufigsten übersehen finde. Nicht nur bei selbst gebauten Seiten, auch bei solchen, für die jemand bezahlt wurde.

  • Bilder in der richtigen Größe: Ein Foto direkt aus der Kamera oder vom Handy ist oft viele Male größer als nötig. Die Seite sieht gleich aus, lädt aber spürbar langsamer. Besonders am Handy und unterwegs springen Besucher dann ab, bevor sie etwas gesehen haben.
  • Alternativtexte für Bilder: Jedes inhaltlich wichtige Bild braucht eine Beschreibung im Hintergrund. Sie wird vorgelesen, wenn jemand einen Bildschirmleser nutzt, und sie hilft Google und KI-Systemen zu verstehen, was auf dem Bild zu sehen ist. Fehlt sie, ist das Bild für Maschinen unsichtbar.
  • Eine saubere Gliederung: Überschriften sind nicht nur große Schrift. Sie bilden eine Struktur, an der Suchmaschinen erkennen, worum es auf einer Seite geht. Werden sie nur nach Optik vergeben, entsteht für Google ein Durcheinander.
  • Seitentitel und Beschreibungen: Was bei Google über deiner Seite steht, legst du selbst fest. Steht dort nur „Startseite“ oder der Name der Vorlage, verschenkst du den wichtigsten Platz in den Suchergebnissen.
  • Korrekt gesetzte Texte: Richtige Anführungszeichen, sinnvolle Zeilenlängen, saubere Abstände, keine abgeschnittenen Wörter am Handy. Das fällt einzeln niemandem auf. In Summe entscheidet es, ob eine Seite professionell oder selbst gebastelt wirkt.
  • Am Handy wirklich benutzbar: „Funktioniert am Handy“ heißt nicht, dass sie dort gut funktioniert. Lesbare Schrift, Knöpfe, die man mit dem Daumen trifft, und eine Telefonnummer, die man antippen kann, machen den Unterschied.
  • Strukturierte Angaben für Google und KI: Im Hintergrund einer professionellen Website steht maschinenlesbar, wer du bist, wo du bist und was du anbietest. Das sieht kein Besucher, aber Suchmaschinen und KI-Assistenten nutzen es.
  • Rechtliches und Technik: Ein passendes Impressum, eine Datenschutzerklärung, die zur Seite passt, geklärte Bildrechte, regelmäßige Updates und Sicherungen. Und Domain und Zugänge, die auf deinen Namen laufen.

Das Tückische · 03

Warum das niemand merkt, bis es Folgen hat.

Keiner dieser Punkte erzeugt eine Fehlermeldung. Die Website ist online, sie sieht gut aus, Freunde finden sie schön. Die Folgen kommen leise:

  • Bei Google tauchst du nicht auf, obwohl die Seite schon ein Jahr online ist.
  • ChatGPT und andere KI-Assistenten kennen deinen Betrieb nicht oder geben falsche Angaben über dich weiter.
  • Besucher kommen auf die Seite, melden sich aber nicht.
  • Am Handy lädt die Startseite so lange, dass viele schon vorher wieder weg sind.
  • Irgendwann kommt ein Schreiben wegen eines Fotos, das nicht hätte verwendet werden dürfen.
Eine Website kann gut aussehen und trotzdem für niemanden arbeiten.

Das ist kein Vorwurf an Helfer. Die meisten meinen es gut und machen es nebenbei. Dieses Wissen entsteht aber nicht beim Ausprobieren, sondern durch Erfahrung, laufende Weiterbildung und viele Projekte.

Für dein nächstes Gespräch · 04

Fragen, die du deinem Profi stellen kannst.

Egal ob Bekannter, Freelancer oder Agentur: Mit diesen Fragen merkst du schnell, ob jemand an mehr denkt als an das Design. Du musst die Antworten nicht selbst beurteilen können. Achte darauf, ob die Antwort klar kommt oder ob gezögert wird.

  • Wie stellst du sicher, dass die Bilder schnell laden?
  • Bekommen alle Bilder einen Alternativtext, und wer schreibt ihn?
  • Was steht später bei Google als Titel und Beschreibung meiner Seiten?
  • Wie sorgst du dafür, dass Google und KI-Systeme meinen Betrieb verstehen?
  • Wie prüfst du die Darstellung am Handy?
  • Wer kümmert sich nach dem Start um Updates und Sicherungen?
  • Auf wen laufen Domain und Hosting?

Wenn die Antwort auf die meisten Fragen „brauchst du nicht“ oder „das macht die Vorlage automatisch“ lautet, weißt du, woran du bist.

Meine Arbeitsweise · 05

Für mich ist das Grundausstattung, kein Extra.

Ich arbeite seit 23 Jahren als Grafikdesignerin. Websites, Fotografie und Technik kamen dazu. Deshalb schaue ich nicht nur darauf, wie eine Seite aussieht, sondern auch darauf, was dahinter passiert.

Bildgrößen, Alternativtexte, Gliederung, Textsatz, Darstellung am Handy und die Aufbereitung für Google und KI-Suchen gehören bei mir zu jedem Website-Projekt dazu. Ohne Aufpreis und ohne dass du danach fragen musst.

Was du nicht siehst, soll trotzdem stimmen. Darum kümmere ich mich.

Du hast schon eine Website, vom Bekannten, aus dem Baukasten oder von einer Agentur? Dann schaue ich sie mir beim Website-Check an und sage dir ehrlich, ob gezielte Verbesserungen reichen oder ob sich mehr lohnt. Manchmal ist die beste Nachricht: Deine Seite passt.

Noch etwas offen?

Häufige Fragen

Reicht eine Website vom Bekannten für einen kleinen Betrieb?

Für eine einfache Visitenkarte im Netz oft ja. Soll die Website neue Kunden über Google bringen, Anfragen erzeugen oder bei der Mitarbeitersuche helfen, kommt es auf Dinge an, die man nicht sieht: schnelle Ladezeiten, eine saubere Struktur, Angaben für Suchmaschinen und KI-Systeme und rechtlich passende Inhalte.

Woran erkenne ich, ob meine Website professionell umgesetzt ist?

Von außen nur schwer. Gutes Aussehen allein sagt wenig darüber aus. Hinweise geben Ladezeit am Handy, der Titel deiner Seite in den Google-Ergebnissen und die Frage, ob du bei einer Suche nach deiner Leistung in deiner Region auftauchst. Sicherheit gibt eine fachliche Prüfung, zum Beispiel ein Website-Check.

Was sind Alternativtexte und warum sind sie wichtig?

Alternativtexte sind kurze Beschreibungen von Bildern, die im Hintergrund der Website hinterlegt sind. Bildschirmleser lesen sie blinden und sehbehinderten Menschen vor, und Suchmaschinen sowie KI-Systeme nutzen sie, um Bilder zu verstehen. Fehlen sie, sind die Bilder für diese Systeme praktisch unsichtbar.

Warum ist die Bildgröße auf einer Website so wichtig?

Zu große Bilder machen die Seite langsam, vor allem am Handy und bei schwacher Verbindung. Besucher warten nicht lange und verlassen die Seite. Auch Google berücksichtigt, wie schnell und gut nutzbar eine Seite ist.

Kann eine bestehende Website nachträglich verbessert werden?

Meistens ja. Vieles lässt sich gezielt nachbessern, ohne die Website neu zu bauen. Ob das sinnvoll ist oder ob ein Neuaufbau günstiger kommt, zeigt eine Prüfung der bestehenden Seite.

Gut aussehen reicht nicht

Eine Website, die
auch dahinter stimmt.

Erzähl mir von deinem Betrieb und deiner jetzigen Website. Ich sage dir ehrlich, was sie schon gut macht und was ihr fehlt. Ohne Fachchinesisch.

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