Website erstellen für Anfänger · Teil 2
Schritt für Schritt
zur eigenen Seite.
Du möchtest deine Website selbst erstellen? Hier erfährst du, wie du dein Vorhaben vorbereitest, Inhalte sammelst und Schritt für Schritt zur fertigen Seite kommst.

Von Anja Moser
Webdesign · Das Kreativbüro

In diesem Artikel
Schritt 01
Schreib auf, was deine Website leisten soll.
Du hast dich entschieden, deine Website selbst zu erstellen. Vielleicht hast du auch schon ein System ausgesucht. Aber was kommt zuerst: die Domain, die Texte oder das Design?
Mein Rat: Öffne nicht gleich die erste Vorlage. Kläre zuerst, was auf deine Website gehört. Das erspart dir später einiges an Umbauarbeit.
Was sollen Besucher auf deiner Website erfahren? Und was sollen sie anschließend tun? Für einen Handwerksbetrieb könnte das heißen: Kunden sollen sehen, welche Arbeiten du übernimmst, Beispiele anschauen und eine Anfrage schicken.
Meine Website soll __________ zeigen, damit Besucher __________.
Dieser Satz hilft dir bei der Auswahl deiner Inhalte. Wenn Zielgruppe und Angebot noch unklar sind, lohnt sich vor dem Aufbau ein genauerer Blick auf die Planung.
Schritt 02
Lege fest, welche Seiten du brauchst.
Sammle zunächst die Themen, die deine Kunden interessieren. Ordne sie dann zu wenigen, verständlichen Seiten. Für einen kleinen Dienstleistungsbetrieb kann ein erster Aufbau so aussehen:
- Startseite – Was bietest du an, für wen und wo?
- Leistungen – Was können Kunden bei dir beauftragen?
- Über dich oder deinen Betrieb – Wer steckt dahinter?
- Referenzen – Welche Arbeiten kannst du zeigen?
- Kontakt – Wie erreicht man dich?
Du musst diese Liste nicht vollständig übernehmen. Eine Referenzseite ohne Beispiele hilft niemandem. Hast du mehrere unterschiedliche Leistungen, können eigene Unterseiten sinnvoll sein. Verwende in der Navigation Begriffe, die Besucher sofort verstehen.
Schritt 03
Sammle Texte, Bilder und Informationen.
Lege für jede geplante Seite eine kleine Sammlung an. Ein Textdokument und ein Bilderordner reichen dafür aus.
Schreib zuerst auf, welche Fragen die Seite beantworten soll. Für eine Leistungsseite könnten das sein:
- Was bietest du konkret an?
- Für wen ist das Angebot gedacht?
- Was ist enthalten?
- Wie läuft die Zusammenarbeit ab?
- Was brauchen Kunden für die erste Anfrage?
Warte nicht auf perfekte Texte. Aber beginne auch nicht mit lauter leeren Feldern.
Formuliere die Antworten so, wie du sie einem Kunden erklären würdest. „Wir verlegen Parkett und schleifen bestehende Holzböden“ sagt mehr als „Ihr Partner für individuelle Wohnträume“. Suche anschließend Bilder aus, die deine Arbeit, deine Räume und die Menschen im Betrieb zeigen. Prüfe auch, ob du die Aufnahmen veröffentlichen darfst.
Schritt 04
Kümmere dich um Domain und den Betrieb der Website.
Deine Domain ist die Adresse deiner Website, zum Beispiel daskreativbuero.at. Wähle einen Namen, den du gut aussprechen, weitergeben und schreiben kannst.
Dein Unternehmensname ist oft ein naheliegender Ausgangspunkt. Prüfe, ob die gewünschte Adresse verfügbar ist und ob sie leicht mit einer anderen verwechselt werden könnte.
Zusätzlich brauchst du eine Lösung, über die deine Website erreichbar ist. Je nach System ist das ein Hostingpaket oder Bestandteil deines Website-Angebots. Vergleiche vor dem Abschluss:
- Folgekosten – Was kostet das Angebot nach einer möglichen Einstiegsaktion?
- Domain – Ist die gewünschte Adresse enthalten?
- E-Mail – Brauchst du zusätzlich eigene E-Mail-Adressen?
- Unterstützung – Wer hilft dir bei Fragen?
- Technische Pflege – Wer kümmert sich um Aktualisierungen?
Halte fest, bei welchem Anbieter deine Domain liegt und welche Leistungen du gebucht hast. Bewahre auch die Zugangsdaten ordentlich auf. Das klingt selbstverständlich, wird aber später schnell zur Sucharbeit.
Schritt 05
Lege eine einfache Gestaltung fest.
Wenn du bereits ein Logo, Farben und Schriften verwendest, sollte deine Website daran anknüpfen.
Für den Anfang brauchst du vor allem klare Regeln: Wie sehen Überschriften aus? Welche Schrift verwendest du für längere Texte? Wie erkennt man einen Button?
- Wenige Schriften – Wähle gut lesbare Schriften.
- Deutliche Kontraste – Text muss sich gut vom Hintergrund abheben.
- Ausreichend Abstand – Gib den einzelnen Abschnitten Raum.
- Einheitliche Buttons – Gleiche Aufgaben sollten ähnlich aussehen.
- Passende Bilder – Die Aufnahmen sollten den jeweiligen Inhalt unterstützen.
Wähle nicht für jeden Abschnitt etwas Neues. Eine Vorlage mit riesigen Bildern funktioniert nur dann gut, wenn du passende Aufnahmen hast. Wiederkehrende Farben, Abstände und Schriften machen deine Website ruhiger und erleichtern dir die Arbeit.
Schritt 06
Baue zuerst eine vollständige Seite.
Beginne mit einer Seite und führe sie einmal durch: Überschrift, Text, Bilder und Kontaktmöglichkeit. So merkst du früh, ob deine Gestaltung funktioniert.
Prüfe dabei nicht nur, ob dir die Seite gefällt. Frage dich auch:
- Versteht man gleich, worum es geht?
- Ist die wichtigste Information leicht zu finden?
- Sind die Texte angenehm zu lesen?
- Ist klar, was Besucher als Nächstes tun können?
Wenn dieser Aufbau passt, verwendest du dieselben Gestaltungsregeln für die weiteren Seiten. Du musst nicht bei jeder Unterseite neu anfangen.
Schritt 07
Schau dir die Website am Handy an.
Was am großen Bildschirm gut aussieht, kann am Handy unübersichtlich werden. Prüfe die mobile Darstellung deshalb schon während des Aufbaus.
Öffne die Website auch auf einem echten Smartphone. Lies die Texte, öffne das Menü und probiere die Kontaktmöglichkeiten aus.
- Überschriften – Sind sie vollständig lesbar?
- Text – Ist er groß genug?
- Buttons – Lassen sie sich gut antippen?
- Bilder – Zeigen sie den richtigen Ausschnitt?
- Formular – Funktioniert es ohne Schwierigkeiten?
- Seitenbreite – Musst du ungewollt seitlich scrollen?
Besonders bei Bildern lohnt sich ein genauer Blick. Ein Querformat, das am Computer gut wirkt, kann auf dem Handy den entscheidenden Teil des Motivs verlieren.
Schritt 08
Prüfe die Website vor dem Veröffentlichen.
Klicke dich bewusst durch alle Seiten. Noch besser: Bitte jemanden, der beim Aufbau nicht dabei war, eine konkrete Aufgabe zu erledigen.
Zum Beispiel: „Finde heraus, ob ich diese Leistung anbiete, und schick mir eine Anfrage.“ Beobachte, wo die Person suchen muss oder Fragen hat.
Gehe außerdem diese Punkte durch:
- Kontaktdaten – Stimmen Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Anschrift?
- Links – Führen sie zum richtigen Ziel?
- Formular – Kommen die Nachrichten bei dir an?
- Inhalte – Sind alle Beispieltexte und Platzhalter entfernt?
- Seitentitel – Passen sie zu den Inhalten?
- Bilder & Ladezeit – Sind Bilder ausreichend scharf und laden die Seiten zügig?
- Rechtliche Vorbereitung – Sind die erforderlichen Informationen und Einstellungen für deine Website geklärt?
Prüfe beim Formular den ganzen Ablauf: absenden, Bestätigung sehen und den Eingang der Nachricht kontrollieren.
Ein gut aussehendes Formular allein sagt noch nicht, ob die Anfrage ankommt.
Schritt 09
Plane die Pflege gleich mit ein.
Nach dem Veröffentlichen ist die Website nicht für immer erledigt. Öffnungszeiten ändern sich, neue Leistungen kommen dazu und Ansprechpartner wechseln.
Lege fest, wer Inhalte aktualisiert und wer sich um die technischen Aufgaben kümmert. Prüfe auch, ob eine Sicherung vorhanden ist und wie du im Problemfall Unterstützung bekommst.
Du musst nicht ständig neue Beiträge schreiben. Aktuelle und verlässliche Informationen sind zunächst wichtiger als ein News-Bereich, in dem seit Jahren nichts passiert ist.
Noch etwas offen?
Häufige Fragen
Müssen alle geplanten Seiten zum Start fertig sein?
Nein. Du kannst mit einem überschaubaren Umfang starten. Die veröffentlichten Seiten sollten aber vollständig sein und dein Angebot verständlich erklären. Leere Unterseiten mit „Hier entsteht bald etwas“ würde ich zunächst weglassen.
Soll ich zuerst die Texte schreiben oder das Design auswählen?
Sammle zuerst die wichtigsten Inhalte und lege den Aufbau fest. Danach kannst du besser beurteilen, welche Gestaltung dazu passt. Die Formulierungen kannst du beim Einbauen noch überarbeiten.
Was mache ich, wenn ich beim Aufbau nicht weiterkomme?
Notiere, an welcher Stelle du festhängst und was du erreichen möchtest. Vielleicht brauchst du nur Unterstützung bei einer bestimmten Aufgabe. Du musst deshalb nicht automatisch das ganze Projekt abgeben.
Du musst das
nicht allein angehen.
Erzähl mir, was du vorhast und was du selbst übernehmen möchtest. Wir besprechen, wobei ich dir helfen kann. Ein fertiges Konzept brauchst du dafür nicht.