SEO · AEO · GEO
Was zum Teufel ist
SEO, AEO und GEO?
Und wofür brauchst du das überhaupt?
Drei Abkürzungen, die gerade in jedem Angebot und jedem Werbe-Mail stehen. Hier erfährst du, was wirklich dahintersteckt, was sich durch KI in der Suche ändert und was davon für deinen Betrieb zählt.

Von Anja Moser
Webdesign · Das Kreativbüro

In diesem Artikel
Kurz erklärt · 01
Die Kurzfassung für alle, die wenig Zeit haben.
- SEO (Search Engine Optimization) heißt: Deine Website wird bei Google gefunden, wenn jemand nach deinem Angebot sucht.
- AEO (Answer Engine Optimization) heißt: Deine Inhalte beantworten Fragen so klar, dass Google oder ein Sprachassistent sie direkt als Antwort verwenden kann.
- GEO (Generative Engine Optimization) heißt: KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder die KI-Übersicht in Google verstehen, wer du bist und was du anbietest, und nennen dich, wenn es passt.
Drei Abkürzungen, ein Ziel: Wer nach dir sucht, soll dich finden. Egal ob über Google, über eine KI oder über das Handy.
Die ehrliche Antwort zuerst: Das sind keine drei getrennten Leistungen, die du einzeln einkaufen musst. AEO und GEO bauen auf gutem SEO auf. Wer dir für jede Abkürzung ein eigenes Paket verkaufen will, verkauft dir meistens dreimal dieselbe Arbeit.
Suchmaschinen · 02
SEO: Gefunden werden, wenn jemand sucht.
SEO gibt es, seit es Google gibt. Jemand tippt „Tischlerei Hermagor“ oder „Fotografin Hochzeit Kärnten“ ein, und Google entscheidet, welche Seiten oben stehen. SEO sorgt dafür, dass deine Website bei dieser Entscheidung gute Karten hat.
Dafür muss Google drei Dinge verstehen können:
- Was du anbietest: Jede wichtige Leistung braucht eine eigene, verständliche Seite. Ein Satz auf der Startseite reicht nicht.
- Wo du tätig bist: Ort, Region und Einzugsgebiet müssen auf der Website stehen und mit deinem Google-Unternehmensprofil übereinstimmen.
- Dass die Seite technisch funktioniert: Sie lädt schnell, funktioniert am Handy und lässt sich von Google ohne Hürden lesen.
Für einen regionalen Betrieb ist SEO weniger Geheimwissen, als viele glauben. Meistens fehlt es an Grundlagen: Leistungen sind nicht beschrieben, der Ort kommt nirgends vor, oder das Google-Profil hat eine alte Telefonnummer.
Antworten · 03
AEO: Die Antwort sein, nicht nur ein Link.
Immer mehr Menschen tippen keine Stichworte mehr, sondern ganze Fragen. „Was kostet eine neue Website?“ oder „Brauche ich für mein Badezimmer einen Installateur oder einen Fliesenleger?“
Google zeigt bei solchen Fragen oft direkt eine Antwort an, noch vor den eigentlichen Suchergebnissen. AEO bedeutet, deine Inhalte so aufzubauen, dass sie genau diese Antwort liefern können.
- Die Antwort steht am Anfang: Erst ein bis zwei Sätze, die die Frage direkt beantworten. Danach die Details.
- Eine Frage pro Abschnitt: Eine klare Zwischenüberschrift, die die Frage aufgreift, macht es Lesern und Suchmaschinen leicht.
- Echte Fragen statt erfundener: Die besten Fragen sind die, die dir Kunden am Telefon stellen.
Was du am Telefon immer wieder erklärst, ist dein bester AEO-Inhalt.
Ein häufiger Fehler: FAQ-Bereiche mit Fragen, die niemand stellt. „Warum sind wir die Besten?“ ist keine Kundenfrage. „Wie lange dauert es, bis ich einen Termin bekomme?“ schon.
Künstliche Intelligenz · 04
GEO: Von der KI verstanden und empfohlen werden.
Wer heute ChatGPT fragt „Welche Werbeagentur im Gailtal macht auch Fotos?“, bekommt keine Liste mit zehn Links, sondern eine Antwort mit ein paar Namen. GEO beschäftigt sich damit, ob dein Betrieb in so einer Antwort vorkommen kann.
Einen Trick dafür gibt es nicht. KI-Systeme setzen ihre Antworten aus Informationen zusammen, die sie im Netz finden und für glaubwürdig halten. Hilfreich ist deshalb vor allem:
- Eindeutige Angaben: Name, Adresse, Leistungen und Region stehen überall gleich. Auf der Website, im Google-Profil, auf Herold, in Branchenverzeichnissen und auf Social Media.
- Konkrete Inhalte: „Wir bieten hochwertige Lösungen“ sagt einer KI nichts. „Wir bauen Holzfenster für Altbauten in Oberkärnten“ schon.
- Belege: Projekte mit echten Ergebnissen, nachvollziehbare Erfahrung, eine Person mit Namen und Gesicht hinter dem Betrieb.
- Technische Klarheit: Strukturierte Daten im Hintergrund der Website, die Maschinen sagen, was ein Ort, eine Leistung oder eine Person ist.
Ehrlicherweise: Wie genau KI-Systeme ihre Quellen auswählen, legt kein Anbieter offen. Was oben steht, sind die Punkte, die sich in der Praxis bewährt haben. Wer dir eine garantierte Nennung in ChatGPT verspricht, verspricht etwas, das niemand halten kann.
Was gerade passiert · 05
Warum das Thema gerade so laut ist.
Die Suche verändert sich auch in Österreich spürbar. Seit dem 26. März 2025 zeigt Google hierzulande die „Übersicht mit KI“: eine von KI geschriebene Antwort ganz oben, über den gewohnten Suchergebnissen. Seit Oktober 2025 gibt es zusätzlich den KI-Modus, in dem man mit der Suche wie mit einem Chat spricht und die klassische Linkliste ganz wegfällt.
Das hat Folgen für die Klicks. Eine Ahrefs-Auswertung von 300.000 Suchbegriffen vom Februar 2026 kommt zum Ergebnis, dass das erste Suchergebnis rund 58 Prozent weniger Klicks bekommt, wenn eine KI-Übersicht darüber steht. Eine Studie von Seer Interactive mit über 2 Milliarden Einblendungen misst bei informativen Suchen einen ähnlich starken Rückgang.
Weniger Menschen klicken. Wer trotzdem klickt, hat meistens schon eine Entscheidung im Kopf.
Zur Einordnung: Diese Studien beruhen großteils auf Daten aus den USA und betreffen vor allem Wissensfragen wie „Was ist eine Wärmepumpe?“. Suchen nach einem konkreten Betrieb oder einer Leistung in der Nähe sind weniger stark betroffen. Für einen Handwerksbetrieb in Kärnten ist die Lage also ernst zu nehmen, aber kein Grund zur Panik.
Ehrlich gefragt · 06
Brauchst du das als kleiner Betrieb wirklich?
Kommt drauf an, woher deine Kunden kommen. Wenn du ausschließlich über Empfehlungen arbeitest und auf Monate ausgebucht bist, ist das alles nicht dringend.
Sobald aber jemand nach dir sucht, bevor er anruft, spielt es eine Rolle. Und das tun inzwischen fast alle. Auch wer dich empfohlen bekommt, schaut sich vorher deine Website an oder fragt kurz nach, ob du überhaupt das Richtige anbietest.
- Du suchst neue Kunden: Dann ist es wichtig, dass Google und KI-Systeme verstehen, was du machst und wo.
- Du suchst Mitarbeiter: Bewerber prüfen deinen Betrieb online, bevor sie sich melden.
- Du hast eine Website, aber kaum Anfragen: Dann liegt es oft nicht am Design, sondern daran, dass niemand sie findet oder versteht.
Was du nicht brauchst: monatliche Berichte voller Kennzahlen, die dir niemand erklärt. Und schon gar keine Texte, die für Maschinen geschrieben sind statt für Menschen. Gute Inhalte funktionieren für beide.
Praxis · 07
Was du heute schon selbst tun kannst.
Bevor du jemanden beauftragst, kannst du einiges selbst prüfen. Diese Punkte decken einen großen Teil von SEO, AEO und GEO auf einmal ab:
- Google-Unternehmensprofil prüfen: Stimmen Öffnungszeiten, Telefonnummer, Adresse und Leistungen? Sind aktuelle Fotos drin?
- Überall gleiche Angaben: Schreib deinen Firmennamen, die Adresse und die Telefonnummer überall gleich. Auch Kleinigkeiten wie „Str.“ und „Straße“.
- Jede Leistung eine Seite: Wenn du drei Dinge anbietest, sollten es drei Seiten sein, auf denen jeweils steht, was, für wen und wo.
- Fragen sammeln: Schreib eine Woche lang mit, was Kunden am Telefon fragen. Beantworte diese Fragen auf der Website.
- Zeig, wer du bist: Ein Foto von dir oder deinem Team und ein paar Sätze zu eurer Erfahrung. Menschen und Maschinen vertrauen Betrieben mit Gesicht mehr als anonymen Seiten.
- Selbst testen: Frag ChatGPT oder Gemini nach deiner Leistung in deiner Region. Kommst du vor? Stimmen die Angaben über dich?
Es gibt keine Abkürzung zur Sichtbarkeit. Aber es gibt einen klaren Weg dorthin.
Wenn du dabei merkst, dass deine Website die Grundlagen nicht hergibt, ist das der Moment für eine genauere Analyse. Ich schaue mir deinen Auftritt mit diesen Punkten an und sage dir, was wirklich etwas bringt und was nicht.
Noch etwas offen?
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen SEO, AEO und GEO?
SEO sorgt dafür, dass deine Website in den Suchergebnissen von Google gefunden wird. AEO baut deine Inhalte so auf, dass sie direkt als Antwort auf eine Frage angezeigt werden können. GEO sorgt dafür, dass KI-Systeme wie ChatGPT oder Gemini deinen Betrieb verstehen und in passenden Antworten nennen können. Alle drei bauen auf denselben Grundlagen auf: klare Inhalte, eindeutige Angaben und eine technisch saubere Website.
Ist SEO durch ChatGPT und KI überflüssig geworden?
Nein. KI-Systeme greifen für ihre Antworten auf Inhalte aus dem Netz zurück, und die Google-KI nutzt dafür häufig Seiten, die auch in der normalen Suche gut stehen. Gutes SEO ist deshalb die Voraussetzung für Sichtbarkeit in der KI-Suche, nicht das Gegenteil davon.
Kann man eine Nennung in ChatGPT oder in der Google-KI garantieren?
Nein. Kein Anbieter legt offen, wie KI-Systeme ihre Quellen genau auswählen. Man kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, indem man klare, glaubwürdige und konsistente Informationen bereitstellt. Wer eine garantierte Nennung verspricht, verspricht mehr, als er halten kann.
Muss ich dafür meine Website neu machen lassen?
Nicht unbedingt. Oft reichen gezielte Verbesserungen: fehlende Leistungsseiten ergänzen, Texte verständlicher machen, das Google-Profil aktualisieren und strukturierte Daten einbauen. Ob eine neue Website sinnvoll ist, zeigt eine Analyse des bestehenden Auftritts.
Wie lange dauert es, bis sich etwas verbessert?
Korrekturen am Google-Unternehmensprofil wirken oft schon nach wenigen Tagen. Neue oder überarbeitete Inhalte auf der Website brauchen meistens einige Wochen bis Monate, bis Suchmaschinen sie berücksichtigen. KI-Systeme aktualisieren ihr Wissen unterschiedlich schnell, auch hier ist Geduld gefragt.
Sichtbarkeit für deinen Betrieb
Wirst du gefunden,
wenn jemand sucht?
Erzähl mir, wo du gerade stehst. Ich schaue mir deinen Auftritt an und sage dir, ob du für Google und KI-Suchen gut aufgestellt bist oder wo es hakt. Ohne Fachchinesisch und ohne Versprechen, die niemand halten kann.