Wissen aus der Praxis / Planung einer neuen Homepage
Planung einer neuen Homepage
Was du vor deiner
neuen Homepage
klären solltest.
Du brauchst eine neue Website. Aber was soll drauf, wer liefert die Inhalte und wo fängst du an? Diese Fragen helfen dir bei der Vorbereitung – auch wenn du die Umsetzung abgibst.

Von Anja Moser
Webdesign · Das Kreativbüro

In diesem Artikel
Planung · 01
Warum brauchst du eine neue Website?
Vielleicht ist deine Website schon älter. Vielleicht bietest du inzwischen andere Leistungen an. Oder Kunden rufen immer wieder mit Fragen an, die eigentlich auf der Website beantwortet sein sollten.
Bevor du über Farben und Vorlagen nachdenkst, schreib auf, was dich am bisherigen Auftritt stört. „Sie gefällt mir nicht mehr“ ist ein Anfang. Für die Planung hilft es, genauer zu werden.
- Inhalte – Sind Leistungen, Ansprechpartner und Kontaktdaten noch aktuell?
- Verständlichkeit – Erkennen Besucher schnell, was du anbietest?
- Bedienung – Finden sie sich am Handy und am Computer zurecht?
- Pflege – Kannst du Änderungen selbst erledigen oder bleibt deshalb vieles liegen?
Eine neue Website ist nicht automatisch die beste Lösung. Vielleicht reicht es, die bestehende gezielt zu verbessern.
Notiere auch, was bereits gut funktioniert. Gute Texte, passende Bilder und eine verständliche Seitenstruktur musst du nicht allein deshalb verwerfen, weil du etwas verändern möchtest.
Planung · 02
Was soll nach dem Besuch passieren?
Eine Website kann informieren, Vertrauen schaffen und den Weg zur Anfrage erleichtern. Was davon steht für deinen Betrieb gerade im Vordergrund?
Wähle zunächst ein Hauptziel. „Mehr Kunden“ ist verständlich, für den Seitenaufbau aber noch zu allgemein. Beschreibe lieber, welche Handlung du dir wünschst.
- Ein Handwerksbetrieb – Besucher sollen erkennen, welche Arbeiten du übernimmst, und eine Anfrage schicken.
- Eine Ferienwohnung – Gäste sollen Ausstattung und Lage kennenlernen und die Verfügbarkeit anfragen.
- Eine Beratung – Interessierte sollen verstehen, ob dein Angebot zu ihrer Situation passt, und ein Erstgespräch vereinbaren.
Überlege dann, welche Informationen vor dieser Handlung nötig sind. Wenn eine Anfrage das Ziel ist, brauchen Besucher beispielsweise ein verständliches Angebot und eine leicht auffindbare Kontaktmöglichkeit.
Planung · 03
Für wen baust du die Website?
Du kennst deinen Betrieb von innen. Deine Besucher sehen ihn zum ersten Mal. Sie verwenden vielleicht andere Wörter und wissen noch nicht, welche Leistung sie brauchen.
Denke an echte Gespräche mit deinen Kunden. Dafür musst du keine erfundene Musterperson mit Namen, Alter und Hobbys anlegen. Notiere lieber die Fragen, die dir im Alltag begegnen.
- Ausgangslage – Mit welchem Problem oder Wunsch kommen Menschen zu dir?
- Fragen – Was möchten sie vor einer Entscheidung wissen?
- Unsicherheiten – Was hält sie von einer Anfrage ab?
- Wortwahl – Wie beschreiben sie selbst, wonach sie suchen?
Was du am Telefon immer wieder erklärst, gehört häufig auch auf die Website.
Wenn du verschiedene Kundengruppen ansprichst, prüfe, ob sie dieselben Informationen brauchen. Eine klare Aufteilung nach Leistungen kann mehr helfen als ein langer Text, der alle gleichzeitig ansprechen soll.
Planung · 04
Was bietest du an – und wie teilst du es auf?
Sammle deine Leistungen und entscheide, welche davon du auf der Website zeigen möchtest. Nicht alles, was du irgendwann einmal angeboten hast, muss weiterhin einen eigenen Platz bekommen.
Erstelle danach eine erste Seitenliste. Für jede Seite hältst du fest, welche Frage sie beantwortet und was Besucher dort tun können.
- Startseite – Was machst du, für wen und wo?
- Leistungsseiten – Was gehört zum Angebot, für wen passt es und wie läuft es ab?
- Über deinen Betrieb – Wer steckt dahinter und was sollten Kunden über euch wissen?
- Arbeitsbeispiele – Welche Projekte oder Ergebnisse kannst du zeigen?
- Kontakt – Wie können Besucher dich erreichen und welche Angaben brauchst du?
Die Liste ist ein Ausgangspunkt, keine Pflichtvorlage. Mehrere unterschiedliche Leistungen brauchen oft eigene Seiten. Eine kleine, vollständige Website ist hilfreicher als viele Unterseiten mit kaum Inhalt.
Planung · 05
Was ist schon da, und was fehlt noch?
Gehe deine Seitenliste durch und sammle die vorhandenen Inhalte. Oft gibt es bereits brauchbare Informationen in Angeboten, Broschüren oder auf der bisherigen Website.
Prüfe dabei, was noch aktuell ist. Ein Text lässt sich nicht immer unverändert übernehmen, nur weil er bereits fertig geschrieben ist.
- Texte – Welche Informationen liegen vor, und wer überarbeitet oder ergänzt sie?
- Fotos – Gibt es aktuelle Aufnahmen von Team, Räumen und Arbeit?
- Logo & Gestaltung – Sind Logo-Dateien, Farben und verwendete Schriften verfügbar?
- Projekte & Rückmeldungen – Welche Beispiele und freigegebenen Kundenstimmen kannst du verwenden?
Halte bei jeder fehlenden Information fest, wer sie liefert und bis wann.
Wenn neue Fotos nötig sind, plane sie früh ein. Ein Bild, auf dem später eine Überschrift stehen soll, braucht beispielsweise einen anderen Ausschnitt als ein kleines Portrait neben einem Text. Kläre auch, welche Bilder und Texte du veröffentlichen darfst.
Planung · 06
Was muss die Website tatsächlich können?
Ein Kontaktformular, eine Buchungsmöglichkeit oder ein Shop können sinnvoll sein. Jede zusätzliche Funktion bringt aber auch Fragen für die Umsetzung und den späteren Betrieb mit.
Schreib deshalb nicht nur den Namen der Funktion auf. Beschreibe, was damit passieren soll und wer den Ablauf betreut.
- Kontaktformular – Welche Angaben brauchst du, und bei wem sollen die Nachrichten ankommen?
- Buchung – Wird nur ein Termin angefragt oder direkt verbindlich gebucht?
- Shop – Wer pflegt Produkte, bearbeitet Bestellungen und beantwortet Rückfragen?
- Mehrsprachigkeit – Wer übersetzt die Inhalte und hält die verschiedenen Sprachfassungen aktuell?
Teile deine Wünsche in „zum Start nötig“ und „später möglich“ auf. So bleibt das erste Projekt überschaubar. Prüfe vorhandene Systeme, die eingebunden werden sollen, bevor du eine neue Lösung auswählst.
Planung · 07
Wer übernimmt was – und was ist realistisch?
Auch wenn du die Website erstellen lässt, bleibt ein Teil der Arbeit bei dir. Du lieferst Informationen, prüfst Entwürfe und entscheidest, was zu deinem Betrieb passt.
Kläre früh, wer auf deiner Seite Ansprechpartner ist und wer Rückmeldungen freigibt. Wenn mehrere Personen mitreden, sollten ihre Anmerkungen möglichst gesammelt weitergegeben werden.
- Zeitplan – Gibt es einen festen Anlass wie eine Eröffnung oder ist der Start flexibel?
- Inhalte – Wann können Texte, Fotos und Informationen tatsächlich bereitstehen?
- Budget – Welchen Rahmen kannst du für Umsetzung, Inhalte und laufende Kosten einplanen?
- Freigaben – Wer entscheidet über Aufbau, Texte und Gestaltung?
- Pflege – Wer ändert später Inhalte und kümmert sich um die technischen Aufgaben?
Ein Veröffentlichungstermin hilft nur, wenn auch Inhalte und Entscheidungen rechtzeitig vorliegen.
Sammle außerdem vorhandene Zugangsdaten zu Domain, Hosting und Website. Die Domain kann bei einem anderen Anbieter liegen als die Website. Zu wissen, wer welchen Zugang hat, spart später Sucharbeit.
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Eine Seite Notizen reicht für den Anfang.
Du brauchst kein umfangreiches Briefing, bevor du mit einer Webdesignerin sprichst. Wenn du diese Punkte beantworten kannst, gibt es bereits eine gute Grundlage:
- Mein Betrieb – Was bietest du an und für wen?
- Der Anlass – Warum möchtest du deine Website verändern oder neu aufbauen?
- Das Ziel – Was sollen Besucher nach dem Lesen tun?
- Die Inhalte – Was liegt vor und was muss noch entstehen?
- Die Funktionen – Was wird zum Start benötigt?
- Der Rahmen – Welche Termine, Aufgaben und welches Budget sind zu berücksichtigen?
Du darfst auch „noch offen“ dazuschreiben. Dann lässt sich im Gespräch gezielt klären, wo du Unterstützung brauchst. Die Planung soll dir helfen, Entscheidungen zu treffen – nicht den Start unnötig kompliziert machen.
Noch etwas offen?
Häufige Fragen
Nein. Für das erste Gespräch reicht es, wenn du sagen kannst, welche Inhalte vorhanden sind und wo du Unterstützung brauchst. Wichtig ist, anschließend zu klären, wer die fehlenden Texte und Bilder erstellt.
Häufig lässt sich ein Teil übernehmen. Prüfe, ob die Informationen noch stimmen, ob die Bilder zu deinem heutigen Angebot passen und ob du die Inhalte weiterhin veröffentlichen darfst. Was gut funktioniert, muss nicht allein wegen eines neuen Designs ersetzt werden.
Kläre zuerst Ziele, Inhalte und benötigte Funktionen. Danach kannst du beurteilen, welche Lösung zu deinem Vorhaben passt. Eine Vorlage allein beantwortet diese Fragen nicht.
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Von der Planung zur Umsetzung.
Du möchtest selbst bauen? In „Website erstellen für Anfänger“ geht es um die Entscheidung zwischen selbst machen und beauftragen – und danach Schritt für Schritt zur eigenen Seite.
Was braucht
deine neue Website?
Erzähl mir von deinem Betrieb und davon, was du verändern möchtest. Wir klären gemeinsam, welche Inhalte und welcher Aufbau für dein Vorhaben sinnvoll sind. Ein fertiges Konzept brauchst du dafür nicht.