Wissen aus der Praxis / Website erstellen · Teil 1
Selbst machen
oder beauftragen?
Du brauchst eine Website für deinen Betrieb. Aber musst du dafür jemanden beauftragen – oder bekommst du das selbst hin?

Von Anja Moser
Webdesign · Das Kreativbüro

In diesem Artikel
Beides kann passen. Entscheidend ist, was deine Website können soll, wie viel Zeit du hast und womit du dich selbst beschäftigen möchtest.
Vielleicht hast du schon eine Vorlage ausgesucht oder sogar angefangen. Bevor du weiterbaust, lohnt sich ein Schritt zurück.
Was soll deine Website
für dich tun?
Sollen Kunden deine Öffnungszeiten finden und dich anrufen? Möchtest du deine Leistungen erklären und Anfragen bekommen? Oder sollen Besucher Termine buchen oder Produkte kaufen?
Schreib dir zuerst auf, was du erreichen möchtest. Diese drei Fragen helfen dir dabei:
- 01Wer soll meine Website besuchen?
- 02Was müssen diese Menschen dort erfahren?
- 03Was sollen sie anschließend tun?
„Kunden sollen sehen, welche Arbeiten ich übernehme, und mir eine Anfrage schicken.“
Mit so einem Ziel kannst du arbeiten. Es hilft dir bei der Auswahl der Inhalte und später auch beim Aufbau.
Was passt gerade
zu dir und deinem Betrieb?
Selbst machen
Kann gut passen, wenn dein Vorhaben überschaubar ist und du dich gerne einarbeitest.
- Du weißt, was auf deine Website gehört.
- Du hast Zeit zum Lernen und Ausprobieren.
- Du kannst dich ohne großen Termindruck einarbeiten.
- Du möchtest die Website auch später selbst betreuen.
Du sparst einen Teil der Ausgaben. Deine eigene Arbeitszeit solltest du trotzdem mitrechnen.
Beauftragen
Kann sinnvoll sein, wenn dir Zeit, Erfahrung oder ein klarer Plan für die Umsetzung fehlen.
- Du brauchst Hilfe beim Aufbau und bei den Inhalten.
- Deine Website muss zu einem bestimmten Termin fertig sein.
- Du brauchst zusätzliche Funktionen.
- Du steckst deine Zeit lieber in deine eigentliche Arbeit.
Du gibst Aufgaben ab. Dein Wissen über den Betrieb und deine Rückmeldungen bleiben wichtig.
Du musst dich nicht für alles oder nichts entscheiden. Vielleicht brauchst du nur Unterstützung bei der Planung, bei den Fotos oder bei einer technischen Frage.
Eine Vorlage kennt
deine Kunden noch nicht.
Sie zeigt dir, wie eine Seite aussehen könnte. Welche Fragen deine Kunden haben und was sie vor einer Anfrage wissen müssen, kann sie dir nicht abnehmen.
Was gehört nach vorne?
Welche Leistung ist besonders wichtig? Was müssen Besucher gleich verstehen?
Was braucht mehr Platz?
Welche Themen verdienen eine eigene Seite, statt auf der Startseite unterzugehen?
Sammle deshalb zuerst deine wichtigsten Inhalte. Danach kannst du besser beurteilen, welche Vorlage oder Gestaltung dazu passt.
Baukasten oder WordPress?
Diese Frage kommt oft sehr früh. Kläre zuerst, welche Inhalte und Funktionen du brauchst. Danach lässt sich die Auswahl besser eingrenzen.
| Baukasten | WordPress |
|---|---|
| Der EinstiegDu arbeitest mit den Funktionen und Vorlagen des jeweiligen Anbieters. | Der EinstiegDu stellst Gestaltung und Funktionen aus passenden Komponenten zusammen. |
| Vorher prüfenKannst du dein Vorhaben mit den angebotenen Funktionen umsetzen? | Vorher prüfenWelche Erweiterungen brauchst du – und wer richtet sie ein? |
| Für späterPrüfe laufende Kosten und Möglichkeiten, wenn dein Angebot wächst. | Für späterPlane ein, wer Updates, Sicherungen und technische Betreuung übernimmt. |
Ich selbst arbeite mit WordPress und Elementor. Trotzdem beginnt die Entscheidung bei deinem Vorhaben. Das System allein macht noch keine verständliche Website.
Was kostet es dich –
an Geld und an Zeit?
Eine konkrete Summe wäre ohne dein Vorhaben wenig hilfreich. Schau stattdessen darauf, welche Leistungen du brauchst und welche Kosten regelmäßig wiederkommen.
- ↗Domain & BetriebInternetadresse, Hosting oder Baukastenpaket
- ↗Gestaltung & FunktionenVorlagen und zusätzliche Erweiterungen
- ↗Texte & BilderVorbereitung, Überarbeitung und Fotografie
- ↗Pflege & BetreuungAktuelle Inhalte und technische Aufgaben
Wenn du mehrere Abende an einer Einstellung sitzt, fehlt diese Zeit vielleicht anderswo im Betrieb. Wenn dir das Ausprobieren Freude macht, kann sie wiederum gut investiert sein.
Vier Fragen für
deine Entscheidung.
Habe ich Zeit dafür?
Auch für Überarbeitung, technische Fragen und die spätere Pflege?
Möchte ich mich damit beschäftigen?
Du musst nicht jede Aufgabe übernehmen, nur weil es möglich ist.
Weiß ich, was meine Kunden brauchen?
Wenn Inhalte und Aufbau unklar sind, hilft Unterstützung schon bei der Planung.
Was passiert bei einer Verzögerung?
Ist der Start flexibel oder hängt eine Eröffnung oder ein neues Angebot daran?
Du kannst auch einen Teil abgeben.
Zum Beispiel die Struktur gemeinsam planen, Texte selbst vorbereiten und die Umsetzung abgeben. Oder die Website erstellen lassen und anschließend selbst bearbeiten. Wichtig ist, vorher zu klären, wer welche Aufgaben übernimmt.
Häufige Fragen
Für eine einfache Website mit einem Baukasten brauchst du in der Regel keine Programmierkenntnisse. Zeit zum Einarbeiten solltest du trotzdem einplanen. Inhalte, Aufbau und Gestaltung musst du auch dort festlegen.
Ja. Besprich vor der Umsetzung, welche Inhalte du selbst ändern möchtest. Bei meinen WordPress-Projekten zeige ich dir nach der Fertigstellung, wie du typische Änderungen selbst erledigst.
Nicht unbedingt. Vielleicht ist deine bestehende Website eine brauchbare Grundlage und braucht nur gezielte Verbesserungen. Kläre zuerst, was fehlt oder nicht mehr funktioniert.
Schritt für Schritt
zur eigenen Seite
Du möchtest selbst loslegen? Im zweiten Teil geht es um Inhalte, Aufbau und die nächsten Schritte.
Du musst das
nicht allein angehen.
Erzähl mir, was du vorhast und was du selbst übernehmen möchtest. Wir besprechen, wobei ich dir helfen kann. Ein fertiges Konzept brauchst du dafür nicht.